Die Nacht auf dem Rastplatz: Wie Andi mit einem Link sein Spritgeld verdient

Eine Geschichte, wie sie jeden Tag auf deutschen Autobahnen passieren könnte.

Es ist kurz nach elf, irgendwo an der A2 zwischen Hannover und Bielefeld. Der Rastplatz ist voll bis auf die letzte Lücke, die Motoren sind aus, nur hier und da brummt ein Kühlaggregat. Andi hat gerade seinen Kaffee aus der Thermoskanne gegossen, da klopft es an die Fahrertür.

Draußen steht ein Kollege in Warnweste, vielleicht Mitte fünfzig, und zeigt auf die Frontscheibe. Dort leuchtet in sattem Blau ein Name: ANDI. Das LED-Namensschild, das seine Frau ihm zum Geburtstag geschenkt hat.

„Sag mal“, fragt der Mann, „wo kriegt man so eins her? Meine Tochter sucht seit Wochen ein Geschenk für mich, und ich weiß nie, was ich ihr sagen soll.“

Andi grinst. Es ist nicht das erste Mal, dass ihn jemand danach fragt. Letzte Woche am Autohof in Wunstorf wollten es zwei Fahrer aus Polen fotografieren. Davor hat ein Disponent beim Abladen gefragt, ob das „so ein China-Teil“ sei. Nein, hat Andi gesagt, das kommt aus Rietberg. Familienbetrieb.

Er kramt sein Handy raus und schickt dem Kollegen den Link zu SchilderQueen. Der bedankt sich und verschwindet zwischen den Aufliegern. Andi trinkt seinen Kaffee und denkt sich nichts weiter dabei.

Die Idee

Zwei Tage später sitzt Andi zu Hause auf dem Sofa und scrollt durch die Seite von SchilderQueen. Er sucht eigentlich ein Schild für seinen Schwager. Da fällt ihm ganz unten ein Link auf: Partnerprogramm.

Er klickt drauf. Und liest einen Satz, der ihn stutzig macht:

Empfiehl uns weiter und verdiene bei jedem Verkauf mit: 7 % Provision.

Andi lacht kurz auf. Er empfiehlt die Schilder doch sowieso ständig, am Rastplatz, beim Abladen, in der WhatsApp-Gruppe der Firma. Nur bekommt er bisher nichts dafür.

Er liest die Schritt-für-Schritt-Anleitung auf der Partner-Seite und merkt, dass das keine große Sache ist.

Fünf Minuten am Küchentisch

Am nächsten Abend legt Andi los.

Er öffnet partner.schilderqueen.de, klickt unten auf „Registrieren“ und gibt seine Daten ein. Fertig.

Beim ersten Login ist das Dashboard auf Englisch. „Na toll“, brummt er, bis er oben rechts das kleine Auswahlfeld entdeckt. Einmal auf Deutsch gestellt, und alles ist übersetzt.

Oben leuchtet ein gelber Kasten: Zahlungsdetails eingeben. Andi klickt auf den grünen Button, wählt PayPal und tippt seine E-Mail-Adresse ein. Schließlich soll das Geld ja auch irgendwo ankommen.

Dann sieht er ihn: den Kasten „Verweisung“, und darin in einem türkisen Feld sein Link. Nur seiner. Ein Klick auf das Kopier-Symbol, und er ist in der Zwischenablage.

„Das war's schon?“, fragt er seine Frau.
„Das war's“, sagt sie. „Jetzt musst du ihn nur noch verschicken.“

Ein Link geht auf Reisen

Andi macht das, was er ohnehin gemacht hätte, nur jetzt mit seinem eigenen Link.

Er schickt ihn in die WhatsApp-Gruppe der Spedition, zusammen mit einem Foto seines leuchtenden Schildes bei Nacht. Er postet ihn in der Facebook-Gruppe, in der sich Fahrer aus ganz Deutschland über Parkplätze und Baustellen austauschen. Und als ihn eine Woche später wieder jemand am Autohof anspricht, muss er nicht mehr lange suchen: Link aus dem Chatverlauf kopiert, abgeschickt, fertig.

Dazu entdeckt er einen kleinen Trick im Dashboard: den Produktempfehlungslink. Sein Schwager wollte unbedingt das große LED-Rückwandschild. Also kopiert Andi die Adresse genau dieses Produkts, fügt sie ins Feld ein und bekommt einen Link, der direkt dorthin führt. Auch der zählt für ihn.

Der Blick aufs Armaturenbrett

Vier Wochen später, Sonntagabend. Andi loggt sich ein, eher aus Neugier als mit großer Erwartung.

Auf dem Armaturenbrett stehen drei Kacheln: Verkäufe, Bestellungen, Kommission. Darunter die Liste:

  • Ein LED-Rückwandschild 53×33 cm für 249 €. Das war der Kollege vom Rastplatz, dessen Tochter hat zugeschlagen. Provision: 14,65 €
  • Drei LKW-Namensschilder zu je 34,95 € aus der Facebook-Gruppe. Provision: 3 × 2,06 € = 6,18 €
  • Ein LED-Rückwandschild 93×28 cm für 359 €, der Schwager. Provision: 21,12 €

Neben jeder Bestellung steht ein grünes Approved.

Andi rechnet kurz nach: 41,95 €. Für ein paar Nachrichten, die er sowieso geschrieben hätte.

„Reich wirst du davon nicht“, sagt seine Frau und schaut ihm über die Schulter.
„Nee“, sagt Andi. „Aber die nächste Tankfüllung Kaffee ist bezahlt. Und die Kollegen haben ein gutes Schild.“

Und du?

Vielleicht fährst du selbst jeden Tag über die Autobahn. Vielleicht hast du ein Schild von uns in der Frontscheibe, auf dem Schreibtisch oder als Erinnerung an einen geliebten Menschen im Wohnzimmer. Und vielleicht hat dich auch schon mal jemand gefragt: „Wo gibt's das?“

Dann weißt du jetzt, was du antworten kannst.

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